Es dürfte kaum einen Internetnutzer geben, der nicht mindestens einmal von Megaupload, SOPA, PIPA und co gehört hat. Was Megaupload und SOPA/PIPA zusammenführt, ist die Festnahme von den Megaupload.com Betreibern, unter anderem Gründer Kim Schmitz, und das Abschalten der dazugehörigen Server.
Die Betreiber der Hostingseite, darunter auch Deutsche, wurden letzten Dienstag in Neuseeland auf Anfrage des FBIs durch die neuseeländischen Polizeikräfte festgenommen. Unter anderem wurden sie wegen organisiertem Verbrechen, Urheberrechtsverletzung und Geldwäsche vor dem Bezirksgericht von Ost-Virginia angeklagt. Schmitz und seine Kollegen hätten über 175 Millionen Dollar durch kriminelle Machenschaften verdient und 500 Millionen Dollar Schaden an Urhebern angerichtet, so der Wall Street Journal.
Die Festnahmen gelangen in starke Kritik, vor allem da die Debatte zu SOPA bzw. PIPA ansteht. Die US-Behörde äußerte sich jedoch dazu, dass die Festnahmen nichts mit der bevorstehenden Debatte zu tun hätten. Dennoch lässt diese Aktion seitens der US-Behörden ein schlechtes Licht auf den Stop Online Piracy Act werfen, da sie unnötig erscheint. Die amerikanische Regierung kann auch ohne diese Rechte, die sie durch SOPA eingeräumt bekommen würden, effektiv gegen Urheberrechtsverletzungen vorgehen, wie dieses Ereignis es unschwer beweist.
Die Piratenpartei kritisiert das Vorgehen der US-Behörden stark, da diese europäische Bürger nach US-Gesetzen in Neuseeland verhaftet haben. Des Weiteren wird diskutiert, ob Seiten wie Megaupload in Deutschland überhaupt illegal sind. ”Rechtlich gesehen bieten Filehoster etwa die gleiche Dienstleistung wie ein Lagerhallenbetreiber an – es wäre absurd, diesen für das Verhalten seiner Kundschaft verantwortlich zu machen”, so der Urheberrechtsexperte der Piratenpartei, Andreas Popp.
Es ist auch interessant zu wissen, dass erst vor einem Monat die Universal Music Group ein Video von Megauploads Werbekampagne auf Youtube sperren lies, da dieses angeblich UMGs Urheberrechte verletzen würde. In dem Video werben bekannte Künstler wie Snoop Dogg, Kanye West und Chris Brown für Megaupload und seine Dienstleistung. Die Universal Music Group missbrauche seine Rechte, um die Werbekampagne zu verhindern, so Kim Schmitz. Nach dem Bericht von TorrentFreak zufolge, besitzt UMG keine Rechte an dem Video, im Gegenteil, Megaupload habe sogar Verträge mit den einzelnen Künstlern für diese Kampagne abgeschlossen. Dieser Fall ist noch nicht klar, und beide Klagen bleiben spannend zu beobachten.
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